Noch vier Monate bis Weihnachten.
Es kann durchaus sein, dass schon Marzipankartoffeln und Weihnachtsmänner im Laden stehen.
Dabei fällt mir ein, wie meine Mutter in den 70ern und 80ern Päckchen für die Verwandschaft im Osten gepackt hat.
Da waren Rosinen drinne. Marzipan, Orangeade, Gewürze, Kerzen...
Zudem eine Packliste.
Aber auf der Packliste standen nicht alle Sachen, die im Paket waren. Das erleichterte die Kontrolle an der Grenze, wenn der Zöllner mal selber eine Kleinigkeit beiseite nehmen konnte, weil diese Positionen auf der Liste fehlte.
Was lehrt uns das?
Bei aller Ostalgie und "wie gemütlich hatten wir es doch damals" darf eines nicht vergessen werden.
Es gab in der "DDR" nicht alles zu kaufen. Selbst als Bückware konnte nicht alles beschafft werden.
Übrigens sollten wir das Toilettenpapier besser gar nicht erwähnen. Das grenzte schon fast an Körperverletzung - auch wenn es (wie ein Witz von damals besagte) "beidseitig benutzbar war - und der Erfolg lag auf der Hand!"
Wir nähern uns einem Vierteljahrhundert nach der "Wende" und der erfolgten Annektion der Ostgebiete.
Allerorts ist ersichtlich, wie Jugendliche von der jüngeren Geschichte keine Ahnung haben und ältere Generationen die Schattenseiten einfach ausblenden.
Damals war auch in der "DDR" nicht alles schlecht, aber auch nicht alles gut oder gar besser, als in Trizonesien, diese Erinnerung daran sollte wachgehalten werden.
Nicht, um die Mitbürger der neuen Bundesländer in ewiger Schuld zu halten, sondern um klarzustellen, dass wir eine gemeinsame Zukunft bauen müssen, in der es unsere Kinder besser, freier und demokratischer haben, als es einmal war. Das geht nur, wenn von den vielen Wirklichkeiten dieser Wirklichkeit auch ein Großteil bewahrt wird.
Packen wir es an.
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